SAP Kompatibilitätsmodus endet am 31.12.2025 – Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Dino Pettinaro
1/12/20267 min read
Einführung in den Kompatibilitätsmodus
Der SAP Kompatibilitätsmodus wurde als eine Lösung entwickelt, um Unternehmen die nahtlose Nutzung älterer SAP-Transaktionen und -Funktionen innerhalb der modernen SAP-Systemlandschaft zu ermöglichen. Er bietet Organisationen die Möglichkeit, ihre bestehenden Prozesse und Systeme zu bewahren, während sie Schritt für Schritt auf neuere Versionen und Technologien umstellen. Diese Funktionalität war für viele Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da sie eine Unterbrechung der Geschäftsabläufe verhinderte und eine schrittweise Migration ermöglichte.
Im Rahmen des Kompatibilitätsmodus konnten Unternehmen auf bestimmte Transaktionen zugreifen, die ansonsten in neueren SAP-Versionen nicht mehr verfügbar gewesen wären. Dazu gehören die Nutzung klassischer Dynpro-Oberflächen, die von vielen Nutzern bevorzugt wurden, sowie der Zugang zu traditionellen Reporting- und Analysefunktionen, die in der Vergangenheit entwickelt wurden. Dies stellte sicher, dass Unternehmen ihre betrieblichen Anforderungen und die erforderliche Benutzerfreundlichkeit durch die Fortführung bewährter Prozesse aufrechterhalten konnten.
Die Einführung des Kompatibilitätsmodus wird durch verschiedene Faktoren begründet. Insbesondere der technologische Wandel und die kontinuierliche Weiterentwicklung der SAP-Software in den letzten Jahren führten dazu, dass viele ältere Funktionen nicht mehr in den neuen Versionen unterstützt wurden. Gleichzeitig waren viele Organisationen auf diese Funktionen angewiesen, um ihre spezifischen Betriebe effizient zu steuern. Der Kompatibilitätsmodus stellte somit eine Übergangslösung dar, die es Unternehmen ermöglichte, ihre bestehenden Abläufe fortzuführen und gleichzeitig die Vorteile der neueren Technologien zu nutzen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der SAP Kompatibilitätsmodus für viele Unternehmen eine unerlässliche Unterstützung war, um den Übergang zu modernen SAP-Systemen zu erleichtern, während gleichzeitig der Zugriff auf wichtige, bewährte Funktionen sichergestellt wurde.
Die Auswirkungen des Endes des Kompatibilitätsmodus
Der bevorstehende Stichtag am 31. Dezember 2025 markiert das definitive Ende des Kompatibilitätsmodus für SAP-Anwendungen. Dies bringt weitreichende Folgen für Unternehmen mit sich, die nach wie vor auf die ECC-Transaktionen angewiesen sind. Mit dem Auslaufen dieser unterstützenden Funktionalität werden Unternehmen gezwungen, sich intensiv mit den Lizenzierungsanforderungen für ECC-Transaktionen auseinanderzusetzen. Diese Veränderungen können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, da neue Lizenzen beschafft werden müssen, um den Anforderungen der aktuellen SAP-Landschaft gerecht zu werden.
Zusätzlich zum Lizenzierungsaspekt müssen Unternehmen den Verlust bestimmter Funktionalitäten in Kauf nehmen. Der Kompatibilitätsmodus bietet zahlreiche Integrations- und Anpassungsmöglichkeiten, die Operationen in unterschiedlichen Bereichen unterstützen. Ohne diese Funktionalitäten könnte die Effizienz erheblich leiden, da viele Prozesse nicht mehr optimal ausgeführt werden können. Dies könnte insbesondere negativen Einfluss auf Geschäftsbereiche wie Finanzen, Supply Chain Management und Kundenbeziehungsmanagement haben, wo die fortwährende Verfügbarkeit von Informationen und Systemunterstützung entscheidend für den Erfolg ist.
Darüber hinaus gibt es spezifische Geschäftsprozesse, die durch das Ende des Kompatibilitätsmodus gefährdet sind. Die Rückverfolgbarkeit von Daten, Echtzeitanalysen und automatisierte Workflows sind einige Beispiele, die für Unternehmen von wesentlicher Bedeutung sind. Viele Organisationen müssen jetzt proaktive Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Systeme auf die neuesten Technologien umgestellt werden, um den Auswirkungen dieser Übergangsphase zu begegnen. Dies könnte Investitionen in Schulungen, Systemupgrades und möglicherweise sogar in die Entwicklung neuer Softwarelösungen erfordern.
Was müssen Unternehmen jetzt tun?
In Anbetracht des bevorstehenden Endes des SAP-Kompatibilitätsmodus am 31. Dezember 2025, müssen Unternehmen proaktive Maßnahmen ergreifen, um sich auf diese bedeutende Umstellung vorzubereiten. Die folgenden Schritte stellen eine umfassende Anleitung dar, um den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Zunächst sollten Unternehmen ihre bestehende Systemlandschaft bewerten. Diese Evaluierung umfasst die Überprüfung aller derzeit eingesetzten SAP-Lösungen und -Module. Hierbei ist es wichtig, alle Systeme zu dokumentieren, die auf den Kompatibilitätsmodus angewiesen sind. Eine gründliche Analyse hilft dabei, die Auswirkungen des Endes des Modus auf die Geschäftsprozesse zu verstehen und potenzielle Risiken zu identifizieren.
Im nächsten Schritt sollten betroffene Prozesse identifiziert werden. Hierzu gehört die genaue Untersuchung, wie verschiedene Abteilungen und Arbeitsabläufe von den SAP-Systemen abhängen. Unternehmen sollten herausfinden, ob kritische Geschäftsprozesse auf die veraltete Technologie zugreifen und welche Alternativen erforderlich sind, um die Kontinuität der Operationen zu gewährleisten.
Nach der Analyse ist es entscheidend, eine detaillierte Migrationsplanung aufzusetzen. Diese Planung sollte die Auswahl geeigneter Software-Updates oder des Wechsels zu neueren SAP-Technologien umfassen, um den aktuellen Standards zu entsprechen. Dabei ist zu berücksichtigen, welche Ressourcen benötigt werden, um die Migration effektiv und zeitgerecht durchzuführen. Ein Zeitplan sollte aufgestellt werden, der alle phasen der Migration abdeckt, vom Testen bis zur endgültigen Implementierung.
Durch diese gründliche Vorbereitung können Unternehmen sicherstellen, dass sie verbessern ihre SAP-Infrastruktur rechtzeitig umstellen und den Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeiten minimieren können.
Alternativen zum Kompatibilitätsmodus
Mit dem bevorstehenden Ende des SAP Kompatibilitätsmodus am 31. Dezember 2025 stehen Unternehmen vor der Herausforderung, adäquate Alternativen zu den bisher genutzten Funktionen im S/4HANA zu finden. Das neue System bietet jedoch eine breite Palette an Funktionen und Transaktionen, die ähnliche Funktionalitäten bereitstellen. Unternehmen sollten sich eingehend mit diesen neuen Möglichkeiten auseinandersetzen, um den Übergang reibungslos zu gestalten.
Eines der Hauptmerkmale von S/4HANA ist die auf modernster Technologie basierende Systemarchitektur. Diese ermöglicht die Implementierung neuer Anwendungen, die spezifische Geschäftsanforderungen besser adressieren und gleichzeitig die Effizienz steigern. Viele dieser neuen Transaktionen sind intuitiv und auf die Bedürfnisse der Benutzer zugeschnitten, wodurch die Benutzerfreundlichkeit im Vergleich zu traditionellen Anwendungen verbessert wird.
Ein Beispiel für eine wichtige Funktion, die den Kompatibilitätsmodus ersetzt, ist die Verwendung von Fiori-Oberflächen. Diese benutzerfreundlichen und modernen Oberflächen ermöglichen eine einfache, rollenbasierte Navigation und steigern die Produktivität erheblich. Darüber hinaus bieten neue Analysewerkzeuge, wie SAP Analytics Cloud, tiefere Einblicke in Unternehmensdaten und unterstützen Entscheidungen in Echtzeit, was im vorherigen Kompatibilitätsmodus nur begrenzt möglich war.
Um diese Veränderungen effektiv zu implementieren, ist es ratsam, umfassende Schulungen für Mitarbeiter sowie eine strategische Planung zur Integration der neuen Systeme vorzunehmen. Unternehmen sollten auch erwägen, externe Berater hinzuzuziehen, um die korrekte Anpassung ihrer Systeme an die neuen Gegebenheiten zu gewährleisten. Auf diese Weise können Unternehmen nicht nur bestehende Funktionalitäten ersetzen, sondern auch ihre Prozesse optimieren und für zukünftige Anforderungen gewappnet sein.
Praktische Beispiele und Fallstudien
Mehrere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, den Wechsel von SAP Kompatibilitätsmodus zu SAP S/4HANA zu vollziehen. Viele dieser Organisationen haben dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt, die für andere als Referenz dienen können, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Ein Beispiel ist die Deutsche Telekom, die bereits im Jahr 2021 den Umstieg auf S/4HANA ausgeführt hat. Als eines der größten Telekommunikationsunternehmen in Europa sah sich die Deutsche Telekom gezwungen, ihre veraltete IT-Infrastruktur zu modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch die Implementierung von S/4HANA konnten sie nicht nur die Effizienz ihrer internen Prozesse steigern, sondern auch die Kundenerfahrung erheblich verbessern. Die Analyse und tiefere Einsicht in ihre Betriebsabläufe ermöglichten es, gezielte Maßnahmen zur Optimierung zu ergreifen.
Ein weiteres Beispiel ist die BASF, die nach dem Ende des Kompatibilitätsmodus ebenfalls den Umstieg vollzog. Der Chemiekonzern stellte fest, dass die integrierten Funktionen von S/4HANA die Transparenz in den Supply Chain-Prozessen drastisch erhöhten. Dadurch wurde die Entscheidungsfindung beschleunigt, und die Effizienz wurde optimiert. BASF benutzte die Migrationsstrategie, die SAP zur Verfügung stellte, und profitierte davon, ihre Altsysteme schrittweise abzulösen, während gleichzeitig neue Funktionen implementiert wurden.
Solche Fallstudien zeigen, dass ein sorgfältig geplanter Wechsel zu S/4HANA nicht nur den Herausforderungen des Kompatibilitätsmodus begegnen, sondern auch signifikante geschäftliche Vorteile mit sich bringen kann. Diese Erfahrungen sollten als wertvolle Leitlinien für Unternehmen dienen, die sich in der Übergangsphase befinden oder sich auf den bevorstehenden Wechsel vorbereiten.
Technologische Unterstützung und Tools
Im Kontext der bevorstehenden Beendigung des SAP Kompatibilitätsmodus am 31. Dezember 2025 stehen Unternehmen vor der entscheidenden Aufgabe, rechtzeitig auf S/4HANA umzusteigen. Für diese Transition sind verschiedene technologische Hilfsmittel und Werkzeuge von großer Bedeutung, die den Umstellungsprozess erleichtern können.
Eines der zentralen Angebote von SAP selbst sind die SAP Readiness Check und SAP S/4HANA Migration Cockpit. Diese Tools unterstützen Unternehmen dabei, eine gründliche Analyse ihrer aktuellen SAP-Landschaft durchzuführen. Zudem bieten sie klare Richtlinien und Schritte, die erforderlich sind, um den Wechsel zu S/4HANA effizient zu gestalten. Hierbei wird nicht nur die aktuelle Systemlandschaft erfasst, sondern auch überprüft, inwieweit bestehende Geschäftsprozesse an die neuen Möglichkeiten von S/4HANA angepasst werden können.
Neben den von SAP angebotenen Lösungen ziehen viele Unternehmen in Betracht, mit externen Dienstleistern zu kooperieren. Diese Experten können maßgeschneiderte Unterstützung bei der Migration bieten und garantieren, dass spezifische Bedürfnisse und Herausforderungen des Unternehmens berücksichtigt werden. Zudem verfügen sie über umfassendes Wissen hinsichtlich der besten Praktiken und Trends in der SAP-Welt, was für eine erfolgreiche Implementierung unerlässlich ist.
Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Softwarelösungen, die Unternehmen dabei unterstützen können, die Migration zu S/4HANA zu optimieren. Diese Lösungen decken unterschiedlichste Aspekte ab, von der Datenmigration bis hin zur Integration von Zusatzfunktionen, die den Geschäftsbetrieb weiter verbessern können. Durch den Einsatz dieser Tools können Unternehmen sicherstellen, dass sie gut auf den Übergang vorbereitet sind und etwaige Herausforderungen proaktiv angehen können.
Fazit und Ausblick
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Ende des SAP Kompatibilitätsmodus zum 31. Dezember 2025 Unternehmen vor bedeutende Herausforderungen stellt. Die Notwendigkeit, sich proaktiv mit der Migration zu aktuellen SAP-Versionen auseinanderzusetzen, ist unverzichtbar. Unternehmen sollten sich nicht nur über die technischen Anforderungen informieren, sondern auch strategische Entscheidungen treffen, um den Übergang zu erleichtern. Es wird empfohlen, umfassende Schulungen für die Mitarbeitenden zu planen, um die Akzeptanz der neuen Systeme zu fördern und den reibungslosen Übergang sicherzustellen.
Ein weiterer relevanter Aspekt ist die zukünftige Ausrichtung der SAP-Systeme nach dem Abbau des Kompatibilitätsmodus. Die Implementierung von cloudbasierten Lösungen wird voraussichtlich zunehmen, dabei bietet SAP Cloud-Lösungen, die nicht nur Flexibilität, sondern auch Skalierbarkeit beinhalten. Unternehmen sollten erwägen, wie diese Technologien in der eigenen IT-Infrastruktur integriert werden können, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu unterstützen. Ebenso sind Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen Technologien, die in der SAP-Welt immer bedeutender werden und Prozesse weiter automatisieren könnten.
Zusammenfassend lässt sich prognostizieren, dass Unternehmen, die frühzeitig auf die Endlichkeit des Kompatibilitätsmodus reagieren, mit einer vorausschauenden Planung und Anpassungsfähigkeit einen klaren Vorteil erzielen können. Das Engagement für eine moderne und anpassungsfähige Salesforce wird zunehmend zum entscheidenden Faktor für den Erfolg in der digitalen Wirtschaft. Auf lange Sicht sollten Unternehmen die Entwicklungen im SAP-Umfeld kontinuierlich beobachten, um potenzielle Chancen frühzeitig zu erkennen und aktiv zu nutzen.

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